Validation Training Institute

VTI Blog

Trainer-Porträt: Violeta Koppensteine

Mein Name ist Violeta Koppensteiner, im März 2025 hatte ich die Freude als Master 10 engagierte Teilnehmer aus Österreich in die Schuhe von Level 3 einzuführen. Ich freue mich sehr, dass kürzlich diese talentierten Presenter alle erfolgreich abgeschlossen haben.

Bei meinem ersten Level 3 Kurs als Master hatte ich das Glück und die Ehre, von Petra Fercher unterstützt zu werden, die bereits viel Erfahrung in diesem Bereich mitbringen konnte. Die neue geänderte Prüfungsform – bestehend aus Hausarbeit, einer 30-minütigen Präsentation und einem schriftlichen Test – war für uns herausfordernd und spannend. In der Reflexion dieser neuen Form, werden wir noch einige Anpassungen vornehmen. Besonders beeindruckend war für mich die Entwicklung eines anspruchsvollen Niveaus während der Ausbildung sowie die gute Zusammenarbeit zwischen den Mastern, AVO, Co-Trainerin und Teilnehmern.

Für 2025 haben wir uns das Ziel gesetzt, diese engagierten Presenter weiterhin in ihrer Entwicklung zu fördern und sie auf zukünftige Herausforderungen vorzubereiten. Einige starten bereits dieses Jahr mit dem Co-Training bei mir in einem Level 1 Kurs. Ich freue mich auf die nächsten Schritte und darauf, gemeinsam mit unseren neuen Presentern spannende Projekte umzusetzen! Wir sind vielfältig aufgestellt, um die unterschiedlichen Bereiche abzudecken, in denen Validation gefragt ist.

In Österreich hat sich in den letzten Jahren eine große Nachfrage entwickelt: Institutionen, Pflege- und Betreuungsausbildungen, Angehörigenberatung, Kinder- und Jugendprojekte sowie “demenzfreundliche Städte” möchten die Methode kennen- und vertieft erlernen. Validation ist im österreichischen Gesundheits- und Pflegegesetz fix verankert. Es gibt es Vorgaben für multiprofessionelle Berufsgruppen, die eine bestimmte Stundenanzahl in ihrem Bereich zu absolvieren haben. Besonders im Akutbereich steigt der Bedarf. Für Trainer bedeutet das, sich in diesen vielfältigen Bereichen Fachkompetenz anzueignen, um auf die jeweiligen Schwerpunkte mit deren Fragen eingehen zu können. Themen wie zunehmende Versorgung von gerontopsychiatrischen Menschen oder jüngere Menschen mit Demenz werden präsenter. Hier kann Naomi Feils Lebenswerk ein Fundament geben, um Betreuungsansätze zu finden. In Österreich sagt man Volkstümlich: „Man muss das Rad nicht neu erfinden“ – Somit kann die bereits über viele Jahre entwickelte Methode spezifisch und zeitgemäß eingebaut werden.

Mir persönlich ist es wichtig, offen zu bleiben und den Menschen etwas mitzugeben, so, dass sie in ihrer aktuellen Situation unterstützt werden können. Gerade bei Fällen, in denen es nicht immer um desorientierte alte Menschen im Stadium der Aufarbeitung geht, wünschen sich Pflegende und Betreuende Tipps und Unterstützung. Hierbei helfen mir die Prinzipien 5 und 6: Wenn Begleitende das Verhalten und die dahinterliegenden Bedürfnisse verstehen, lassen sich empathische und fachkompetente Ansätze viel leichter umsetzen. Zudem ist es hilfreich, individuell zu prüfen, welche Aspekte der Validation noch passen könnten, um eine gute Basis der Betreuung für den Alltag mitzugeben.

In meinen Trainings versuche ich, den Menschen Mut und Freude an Begegnung und Kommunikation zu vermitteln. Es braucht mehr Leichtigkeit und weniger strenge Konzepte, um in eine komplexe Begegnung und Begleitung zu kommen. Gerade in der Pflege und Betreuung ist ein positives Mindset essenziell, um selbst in Balance zu bleiben. 

Für den Validationstrainer ist es gleichzeitig enorm wichtig, dem Fokus der Validation den nötigen Raum zu lassen. Der alte Mensch, mit seinem Schwerpunkt im Stadium der Aufarbeitung, darf in der aktuellen Entwicklung der Pflegewelt nicht in den Hintergrund geraten. 

Egal wie schnell die eigene Zeit gefühlt und erlebt wird oder der rasante Fortschritt der KI uns im Alltag Unterstützung bieten mag: Unsere Lebensaufgaben sollten wir versuchen zu erledigen. Im Alter rücken Herausforderungen wie Verluste, das Bedürfnis nach Verständnis und häufig auch Traumata der Vergangenheit in den Vordergrund. In dieser Lebensphase ist es wichtig, dass desorientierte Menschen, Personen um sich haben, die ihre Sprache und ihre Erfahrungen nachvollziehen können. Menschliche Fürsorge und Empathie sind entscheidend, um im Alter Würde, Verbundenheit und Geborgenheit zu erfahren und zu bewahren.

Viele dieser Themen verbinden Valdiationsanwender, Gruppenleiter, Trainer und Master weltweit. Deshalb freue ich mich schon sehr auf das kommende Jahr, in dem wir ein Symposium und ein internationales Lehrertreffen in Österreich veranstalten.                  Dieser internationale Austausch, gibt uns Mastern und AVO´S eine bedeutende Möglichkeit um noch mehr Expertisen zu entwickeln.

Liebe Grüße, Violeta Koppensteiner